Jean Gabin, die Kämpferin: ein Engagement fernab der Filmsets
Anlässlich der Ausstellung „Jean Gabin, Krieg ist kein Kino“, die präsentiert wurde in Normandy Victory MuseumViele Besucher entdeckten eine wenig bekannte Seite von Jean Gabin. Hinter dem legendären französischen Filmschauspieler verbirgt sich eine ganz andere Geschichte: die eines Mannes, der sich während des Zweiten Weltkriegs freiwillig zum Militärdienst meldete.

Jean Gabin, der Mann, der Kompromisse ablehnte
Nach dem Zusammenbruch Frankreichs 1940 entschieden sich viele Persönlichkeiten aus Film und Unterhaltung, in Paris zu bleiben und sich der Situation anzupassen. Jean Gabin, bereits ein renommierter und etablierter Schauspieler, hätte diesen Weg ebenfalls gehen und seine Karriere ohne Risiko fortsetzen können. Doch für ihn war es undenkbar, unter diesen Umständen weiterzuleben und zu arbeiten. 1941 verließ er Frankreich und ging in die Vereinigten Staaten, womit er seine Karriere und seinen Ruhm aufgab.
Obwohl sich ihm eine Karriere in Hollywood eröffnete, weigerte er sich, tatenlos zuzusehen. 1943 bat er um Aufnahme in die Freien Französischen Streitkräfte, fest entschlossen, für sein Land zu kämpfen.

Von Jean Gabin bis Jean Moncorgé: sich zum Kampf verpflichten
1943 unternahm Jean Gabin einen entscheidenden Schritt. Es ging ihm nicht mehr nur darum, eine Situation abzulehnen, sondern um ein konkretes Bekenntnis. Unter seinem richtigen Namen Jean Moncorgé trat er den Freien Französischen Streitkräften als Unteroffizier zweiter Klasse in der Marineinfanterie bei.
Nach einer Ausbildungszeit in Algerien gelang es ihm, dem Marine Fusiliers Panzerregiment der 2. Panzerdivision unter General Leclerc beizutreten. Dort, fernab der Filmsets, wurde er Panzerkommandant an Bord der „Souffleur II“ – trotz seiner Klaustrophobie und seiner Angst vor Feuer, was sein Engagement umso bemerkenswerter macht.
Anschließend nahm er an den Kämpfen im Elsass-Moselgebiet, im Kessel von Royan und dann an der Eroberung von Hitlers Kehlsteinhaus in Berchtesgaden teil und teilte bis in die letzten Kriegsmonate das tägliche Leben und die Gefahren mit seinen Waffenbrüdern.
Nach dem Krieg, die Diskretion eines Mannes, der Ehren ablehnte
Diese Episode in Jean Gabins Leben ist der breiten Öffentlichkeit, selbst seinen Bewunderern, kaum bekannt. Und die Hauptverantwortung für dieses Versäumnis trägt niemand Geringeres als Gabin selbst.
Nur wenige Wochen nach Kriegsende, als er eingeladen wurde, mit seinen Waffenbrüdern über die Champs-Élysées zu marschieren, lehnte er ab und zog sich zurück. Er wollte nicht, dass das, was er als erfüllte Pflicht ansah, in Heldentum umgedeutet wurde.
Bis zu seinem Lebensende bewahrte er diese Verschwiegenheit hinsichtlich dieser Episode und sprach lediglich von Ereignissen, die ihm, in seinen eigenen Worten, die ersten grauen Haare beschert hatten.
Die Verpflichtung zur Wiederentdeckung
Dieses lange übersehene Engagement ermöglicht uns einen neuen Blick auf Jean Gabin. Hinter dem bekannten Schauspieler verbirgt sich die Geschichte eines Mannes, der in einem entscheidenden Moment der Geschichte den einfachen Weg ablehnte und sich entschied, sich voll und ganz seinem Land zu verschreiben.
Es ist diese intimere und oft übersehene Seite, die die Ausstellung „Jean Gabin, Krieg ist kein Film“, vorgestellt Normandy Victory Museum im Jahr 2024, trug dazu bei, dies hervorzuheben.
Für das Museum war es eine wahre Ehre, diese Ausstellung auszurichten und der Öffentlichkeit dabei zu helfen, das Engagement dieses Mannes fernab des Rampenlichts zu entdecken.

